TEILEN

Brückenfahrt in Berlin – welche Schifffahrt lohnt sich?

Eine sehr schöne und abwechslungsreiche Brückenfahrt in Berlin ist die 2,5-stündige Schifffahrt entlang der Spree und des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals.

Du erlebst die historische Mitte Berlins mit ihren prächtigen Gebäuden an der Spree – etwa den Reichstag, den Berliner Dom oder das Nikolaiviertel, Berlins ältestes Wohnviertel. Außerdem erwartet Dich der ehemalige West-Berliner Teil mit dem Schloss Charlottenburg und dem Schloss Bellevue.

Bevor das Schiff die Spree in Richtung Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal verlässt, siehst Du linker Hand den Cube. Dieses architektonisch spannende Bürogebäude wurde im Februar 2020 eröffnet. Rechts daneben ergänzt der Berliner Hauptbahnhof das Gebäudeensemble.

Brückenfahrt in Berlin an der Oberbaumbrücke

Ufer, an denen Geschichte geschrieben wurde

Sowohl der Cube als auch der Berliner Hauptbahnhof befinden sich auf ehemaligem West-Berliner Gebiet. An dieser Stelle trennte die Spree vor 1989 Ost- und West-Berlin. Wenn Du während der 2,5-stündigen Brückenfahrt an diesem Teilstück vorbeikommst, siehst Du, wie nur wenige Meter Wasserfläche die Ost- von der West-Berliner Seite trennten.

Hinter der Eisenbahnbrücke des Berliner Hauptbahnhofs befindet sich der Humboldthafen. Genau hier ereignete sich elf Tage nach Beginn des Mauerbaus, am 13. August 1961, ein tragisches Unglück. Der 24-jährige Günter Litfin versuchte, von Ost- nach West-Berlin zu fliehen. Nachdem ihn die DDR-Grenzsoldaten zum Stehenbleiben aufgefordert und Warnschüsse abgegeben hatten, wollte sich Litfin der Festnahme durch einen Sprung in die Spree entziehen. Im Wasser wurde er von zwei gezielten Schüssen getroffen. Drei Stunden später konnte die Ost-Berliner Polizei ihn aus dem Humboldthafen bergen. Am gegenüberliegenden West-Berliner Ufer hatten sich inzwischen zahlreiche Schaulustige versammelt, denen vermutlich nicht bewusst war, dass es sich bei der Bergung um das erste Maueropfer handelte.

Am ersten Jahrestag von Günter Litfins Tod wurde ein Gedenkstein errichtet, den Du heute auf der gegenüberliegenden Uferseite des Berliner Hauptbahnhofs besuchen kannst.

Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal

Der Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal, den viele Berliner noch als Hohenzollernkanal kennen, verbindet die Spree mit der Havel. Er beginnt hinter dem neu konzipierten Humboldthafen.

Dieser Kanal ist nicht nur vom Wasser aus interessant. Auch entlang der schönen grünen Uferwege kannst Du Spannendes entdecken.

Ob die 2,5-stündige kleine Brückenfahrt oder die 3,5-stündige Brückenfahrt – beide sind ideal für Dich. Hier entdeckst Du nicht nur die Highlights der Stadt, sondern hast auch genug Zeit, etwas zu essen oder zu trinken.

Die 2,5-stündige Brückenfahrt startet und endet an der Anlegestelle Friedrichstraße. Die 3,5-stündige Brückenfahrt startet und endet wahlweise an den zentral gelegenen Anlegestellen Friedrichstraße, Jannowitzbrücke und Charlottenburg.

Fernsehturm und Bode-Museum von der Spree aus gesehen

Zu welcher Jahreszeit lohnt sich eine Brückenfahrt?

Eine Brückenfahrt in Berlin ist ganz besonders im Frühjahr und im Herbst am schönsten. In diesen Jahreszeiten lässt es sich auf dem Oberdeck meist gut aushalten, weil die Sonne nicht so stark brennt.

Außerdem kannst Du Dich im Frühjahr an einer Blütenpracht an den Uferrändern erfreuen, und im goldenen Herbst erwarten Dich wunderschön gefärbte Bäume.

Kleine Brückenfahrt auf der Spree in Berlin

Tipp: früh starten und zwei weitere Wasserstraßen erleben

Plane doch die einstündige Spreerundfahrt gleich morgens ein. Dann hast Du im Anschluss an die Schiffstour noch genügend Zeit für weitere Unternehmungen.

Auf beiden Schifffahrten erlebst Du neben der Spree auch zwei weitere schöne Wasserstraßen. Die Route der 2,5-stündigen kleinen Brückenfahrt führt entlang des zwölf Kilometer langen Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es diesen Kanal noch gar nicht.

Seine Entstehung geht auf das Jahr 1839 zurück. In diesem Jahr wurden Pulvermühlen und -magazine für die Herstellung von Schießpulver vom Spreebogen nach Spandau verlegt. Im Zuge dessen kam auch die Idee auf, eine Wasserstraße zu bauen, die nicht nur die Spree mit der Havel verbinden, sondern auch den Handel mit den ostwärts gelegenen Landesteilen erleichtern sollte.

Kein Geringerer als der bekannte Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné wurde beauftragt, den Kanal zu entwerfen. Außerdem konzipierte Lenné gleich noch zwei Hafenanlagen. Eine davon war der „Humboldthafen“, benannt nach dem Naturforscher und Forschungsreisenden Alexander von Humboldt. Am Humboldthafen ist inzwischen ein neues Stadtquartier entstanden, das sich sehen lassen kann. Vom Wasser aus kannst Du während der beiden Brückenfahrten einen kurzen Blick in den Humboldthafen werfen. Noch besser erlebbar ist der neue Hafen jedoch, wenn Du einen Spaziergang vom Hauptbahnhof über die Hugo-Preuß-Brücke in Richtung Alexanderufer machst.

Bundeskanzleramt am Spreebogen in Berlin

Fototipp für Deine Brückenfahrt

Denke bei allen Bootsfahrten auf der Spree unbedingt an Deinen Fotoapparat, geladene Akkus und genügend Speicherkarten für schöne Erinnerungsfotos. Auch bei bedecktem Himmel lohnt es sich, die Kamera dabei zu haben. Wenn das Wetter nicht so gut ist, dann achte auf eine kurze Belichtungszeit. 1/500 Sekunde sollte während der Fahrt reichen. Stelle Deine Kamera dafür auf Zeitvorwahl (S). Viel Spaß beim Fotografieren auf dem Wasser!

Abendliche Brückenfahrt auf der Spree in Berlin

Der Landwehrkanal – Oase der Ruhe

Die 3,5-stündige Brückenfahrt Berlin führt entlang einer der schönsten Wasserstraßen Berlins, dem Landwehrkanal.

Wie der Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal wurde auch dieser Kanal von Peter Joseph Lenné Mitte des 19. Jahrhunderts geplant und 1850 für den Schiffsverkehr freigegeben. Aufgrund des stetig zunehmenden Verkehrs im Zuge der Industrialisierung war der Landwehrkanal eine gute Entlastung für die Spree.

Heute ist der Landwehrkanal eine Oase der Ruhe in der hektischen Großstadt – ideal also für eine entspannte Brückenfahrt von April bis Oktober. Im Frühjahr erlebst Du, wie die Natur zu neuem Leben erwacht, und an warmen Sommer- und Herbsttagen genießt Du die herrlich entspannte Atmosphäre entlang der wunderschönen Ufer. Doch der Kanal hat noch mehr zu bieten: Du siehst zahlreiche historische und architektonisch interessante Brücken sowie weitere Attraktionen Berlins, etwa einen Teil der imposanten Gebäude am Potsdamer Platz oder die Ufer des Berliner Zoologischen Gartens. Außerdem erlebst Du zwei Schleusendurchfahrten an der Ober- und der Unterschleuse.

Spree-Schifffahrt am Abend

Auch abendliche Schifffahrten haben ihren Reiz. Du hast tagsüber Zeit, die Stadt zu erkunden, und lässt den Abend entspannt auf dem Wasser ausklingen. Wenn Du Dich für eine 2,5-stündige abendliche Brückenfahrt im Frühjahr oder im Herbst entscheidest, erlebst Du mit etwas Glück einen wunderschönen Sonnenuntergang. Und da die Sonne zu diesen Jahreszeiten früher untergeht, siehst Du die schönsten Gebäude der Stadt auch noch herrlich beleuchtet.

Doch auch an lauen Sommerabenden ist eine abendliche Schifffahrt ein absolutes Highlight. Außerdem ist diese Tour genau richtig für Dich, wenn es Dir am Tag zu heiß an Deck ist, Du Deine Schifffahrt aber gern im Freien verbringen möchtest.

Die abendliche Brückenfahrt startet und endet an der zentralen Anlegestelle Friedrichstraße – ein idealer Ausgangs- und Endpunkt für einen schönen Tag in Berlin.

Anlegestelle Friedrichstraße in Berlin

Was gibt es rund um die Anlegestellen zu entdecken?

Anlegestelle Friedrichstraße

Die Anlegestelle Friedrichstraße lässt sich wunderbar mit weiteren Highlights verbinden. Besuche doch die Museumsinsel und lass Dich in unterschiedliche Zeitepochen verschiedenster Künste entführen – von der Malerei über die Bildhauerei bis hin zu vielem mehr. In den Sommermonaten lohnt sich auch ein Besuch des Berliner Doms. Nicht nur der Dom selbst mit seiner beeindruckenden Orgel ist einmalig: Steig hinauf in luftige Höhen und genieße den 360-Grad-Rundumblick (siehe Titelbild). Die 270 Domstufen musst Du allerdings allein erklimmen – einen Aufzug gibt es nicht.

Ganz in der Nähe der Anlegestelle Friedrichstraße befindet sich die Prachtstraße Unter den Linden. Nimm Dir Zeit und laufe von hier aus entweder bis zum Brandenburger Tor oder in die entgegengesetzte Richtung zum Fernsehturm am Alexanderplatz – vorbei am Bebelplatz und vielen weiteren Highlights. Wenn Dir der Weg zu weit ist, kannst Du auch einen der Busse nehmen, die tagsüber in regelmäßigen Abständen über die Straße Unter den Linden fahren.

Berliner Dom
Berliner Dom
Berliner Fernsehturm
Berliner Fernsehturm
Brandenburger Tor
Brandenburger Tor
Berliner Stadtschloss – Humboldt-Forum
Berliner Stadtschloss – Humboldt-Forum

Anlegestelle Nikolaiviertel

Die Anlegestelle Nikolaiviertel befindet sich gegenüber des Berliner Stadtschlosses auf der anderen Spreeuferseite und ist etwa 10 Minuten Fußweg vom Nikolaiviertel entfernt, dem ältesten Stadtteil Berlins. Das Nikolaiviertel ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Schlendere durch die beschaulichen Gassen und genieße ein original Berliner Gericht in einem der ursprünglichen Lokale. Ganz in der Nähe warten weitere Highlights auf Dich, etwa das Rote Rathaus, der Neptunbrunnen oder Berlins älteste Kirche, die Marienkirche. Auch der Berliner Fernsehturm ist in 10 Gehminuten gut zu erreichen.

Anlegestelle Nikolaiviertel in Berlin

Anlegestelle Jannowitzbrücke

Von der Anlegestelle Jannowitzbrücke kannst Du einen herrlichen Spaziergang entlang des Rolandufers und weiter in Richtung historische City machen – und das immer direkt an der Spree. Dabei kommst Du vorbei an Berlins ältester Schleuse, der Mühlendammschleuse. Du kannst Deinen Spaziergang am Nikolaiviertel enden lassen, dort eine Kleinigkeit essen oder trinken und anschließend weiter die Spree entlang bis zum S-Bahnhof Hackescher Markt laufen – mit Blick auf das Berliner Stadtschloss und die Museumsinsel auf der anderen Uferseite. Für den gesamten Weg solltest Du mit Fotostopps mindestens ½ bis ¾ Stunden Fußweg einplanen, mit einer Rast im Nikolaiviertel je nach Aufenthalt noch etwas mehr – aber es lohnt sich.

Wenn Du nicht so gut zu Fuß bist, erreichst Du vom S-Bahnhof Jannowitzbrücke viele sehenswerte Orte. Der S-Bahnhof ist nur wenige Fußminuten von der Anlegestelle entfernt. Von dort gelangst Du mit der S-Bahn in kurzer Zeit bequem zu den S-Bahnhöfen Ostbahnhof oder Warschauer Straße. Auf halbem Weg zwischen diesen beiden Bahnhöfen liegt die East Side Gallery, ein Teilstück der ehemaligen Berliner Mauer. Egal, wo Du aussteigst – von beiden Bahnhöfen erreichst Du die East Side Gallery in 10 Minuten zu Fuß.

In der entgegengesetzten Fahrtrichtung erreichst Du vom S-Bahnhof Jannowitzbrücke den Alexanderplatz. Hier wartet unter anderem der Fernsehturm darauf, von Dir besichtigt zu werden.

Anlegestelle Jannowitzbrücke in Berlin

Anlegestelle Charlottenburg Schlossbrücke

Ganz in der Nähe der Anlegestelle Charlottenburg befindet sich das Charlottenburger Schloss. Verbinde doch einen Besuch im Schlossgarten und im Schloss mit einer herrlichen Schifffahrt. Für beide Erlebnisse solltest Du mindestens einen halben Tag einplanen.

Das Schloss und die Anlegestelle Charlottenburg erreichst Du in ca. 10 bis 15 Minuten Fußweg vom S-Bahnhof Westend (Berliner Ringbahn).

Anlegestelle Charlottenburg Schlossbrücke in Berlin

TEILEN
Vorheriger ArtikelBerlin WelcomeCard
Nächster ArtikelBootstour Berlin Spree – Top 10 Highlights erleben
Ich bin Medienberaterin und Fotografin und freue mich Ihnen meine Heimatstadt Berlin aus meiner Perspektive näher zu bringen. Besuchen Sie auch mein Profil auf facebook.